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Salzburger Festspiele 2015



www.salzburgerfestspiele.at

FOTOGALERIEN der Salzburger Festspiele 2015:

20.08.2015
Der Rosenkavalier / Salzburger Festspiele 2015
(Fotos: www.wildbild.at)

20.08.2015
Der Rosenkavalier - PREMIERE / Salzburger Festspiele 2015
(Fotos: www.neumayr.cc)

19.08.2015
Iphigénie en Tauride - Fidelio / Salzburger Festspiele 2015
(Fotos: www.wildbild.at)

14.08.2015
Wiener Philharmoniker / Salzburger Festspiele 2015
(Fotos: www.neumayr.cc)

14.08.2015
Dreigroschenoper / Werther - Salzburger Festspiele 2015
(Fotos: www.wildbild.at)

14.08.2015
Salzburger Festspiele 2015 / ALL OVER
(Fotos: www.neumayr.cc)

13.08.2015
Salzburger Festspiele 2015 / ALL OVER
(Fotos: www.neumayr.cc)

12.08.2015
Jedermann / Salzburger Festspiele 2015
(Fotos: www.neumayr.cc)

11.08.2015
Mackie Messer - PREMIERE / Salzburger Festspiele 2015
(Fotos: www.neumayr.cc)

08.08.2015
Il Trovatore - PREMIERE - PREMIERE / Salzburger Festspiele 2015
(Fotos: www.neumayr.cc)

06.08.
Il Trovatore - FOTOPROBE / Salzburger Festspiele 2015
(Fotos: www.neumayr.cc)

04.08.
Fidelio - PREMIERE / Salzburger Festspiele 2015
(Fotos: www.neumayr.cc)

04.08.
Fidelio - AUFFAHRT / Salzburger Festspiele 2015
(Fotos: www.wildbild.at)

29.07.
Fidelio - Fotoprobe / Salzburger Festspiele 2015
(Fotos: www.neumayr.cc)

28.07.:
Figaros Hochzeit / Salzburger Festspiele 2015
(Fotos: www.neumayr.cc)

ORF-Kulturcocktail / Salzburger Festspielen 2015
(Fotos: www.neumayr.cc)

27.07.
Clavigo - PREMIERE / Salzburger Festspiele 2015
(Fotos: www.neumayr.cc)

26.07.:
Salzburger Festspiele 2015 - ERÖFFNUNG
(Fotos: Uwe Brandl / www.salzburg-cityguide.at)

Salzburger Festspiele 2015 - ERÖFFNUNG
(Fotos: www.wildbild.at)

ERÖFFNUNG - Salzburger Festspiele 2015
(Fotos: www.neumayr.cc)

Die Eroberung von Mexiko - Salzburger Festspiele 2015
(Fotos: www.wildbild.at)

Die Eroberung von Mexiko - PREMIERE / Salzburger Festspiele 2015
(Fotos: www.neumayr.cc)

Industriellenvereinigung - EMPFANG / M32
(Fotos: www.wneumayr.cc)

19.07.:
Jedermann - PREMIERE / Salzburger Festspiele 2015
(Fotos: Uwe Brandl / www.salzburg-cityguide.at)

Salzburger Festspiele 2015 / JEDERMANN - Premiere
(Fotos: www.neumayr.cc)

JEDERMANN - Auffahrt - Premierenfeier / Salzburger Festspiele 2015
(Fotos: www.wildbild.at)

18.07.:
Fest zur Festspieleröffnung / Salzburger Festspiele 2015
(Fotos: www.wildbild.at)


Vorwort 2015
von Helga Rabl-Stadler und Sven-Eric Bechtolf


Herrschen und Dienen, Macht und Ohnmacht, Unterdrückung und Aufbegehren – diese
Gegensatzpaare behandelt das Opern und Schauspielprogramm der Festspiele 2015.
Die Ungleichheit zu versöhnen, die sich nicht nur in Reichtum und Armut, Freiheit und Unfreiheit
widerspiegelt, sondern auch bis in die persönlichsten Beziehungen hinein die gesellschaftlichen
Verhältnisse bestimmt, scheint eine zu allen Zeiten so drängende wie unlösbare Herausforderung
gewesen zu sein.

Die Lehren, die wir aus der Geschichte ziehen können, sind oftmals ernüchternd und wenig
geeignet, das Vertrauen in uns selbst zu gründen.

Tröstlicheres leistet die Kunst. Sie weckt leidenschaftlicher und unmittelbarer als es die rationale
Einsicht vermag unsere „Bereitschaft zum Guten“ und fordert uns immer von Neuem auf, die Welt
zu gestalten und sie nicht den Raubtiergesetzen des Marktes und den Rechten des vorgeblich
Stärkeren zu überlassen. Wenn wir auch weiterhin an der Aufhebung der Ungleichheit scheitern
sollten, so bleibt die Kunst doch ein beredtes Zeugnis unserer Fähigkeit zum Idealismus, unserer
Fähigkeit, über den eigenen Vorteil hinauszudenken und mehr noch: hinauszufühlen.
Alle so unterschiedlichen Produktionen, die wir Ihnen auf den folgenden Seiten vorstellen wollen,
eint jedenfalls dieses Verlangen nach Empathie und Humanität.

Als der Dirigent Sir Georg Solti einmal gefragt wurde, ob er an Gott glaube, soll er geantwortet
haben: „Nein, aber ich glaube an Mozart.“

Le nozze di Figaro ist ein Werk, das diesen Glauben nachvollziehbar macht. Auf ernste und heitere,
leichte und tiefgründige Weise machen Da Ponte und Mozart aus Beaumarchais’ revolutionärem
Theaterstück zwar eine „Opera buffa“, eine musikalische Komödie also, die aber mit einer
utopischen Versöhnung zwischen Männern und Frauen, zwischen Herren und Dienern endet, die ein
konventionelles „lieto fine“, ein heiteres Ende, bei weitem übersteigt.

Die Befreiungsoper Fidelio von Ludwig van Beethoven lässt die mutige und selbstlose Liebe über
die gewaltvolle Diktatur der Mächtigen siegen.

In Die Eroberung von Mexico von Wolfgang Rihm wird die Begegnung zwischen Cortez, dem
spanischen Eroberer, und Montezuma, dem unglücklichen König der Azteken, geschildert.
„Die Kolonialisierung lässt auf brutale, unversöhnliche, blutige Weise die stets wache
Überheblichkeit Europas wieder aufleben. Sie konfrontiert das Christentum mit sehr viel älteren
Religionen. Sie deckt die falschen Auffassungen auf, die sich das Abendland vom Heidentum und
von bestimmten Naturreligionen hat bilden können.“ Dies schreibt Antonin Artaud, dessen Texte
Wolfgang Rihm zusammen mit einem Gedicht von Octavio Paz für seine 1992 uraufgeführte Oper
als Libretto verwendete.

Die persönliche, religiöse und politische Tragödie einer kolonialen Unterwerfung behandelt auch die
Oper Norma von Vincenzo Bellini, mit der Cecilia Bartoli in Salzburg bereits Triumphe feierte.
Iphigénie en Tauride von Christoph Willibald Gluck, die Oper also, die sie erstmalig 2015 bei den
Pfingstfestspielen zeigen wird, schildert den Ungehorsam der Protagonisten gegenüber den Göttern
und der weltlichen Macht. Glucks Iphigénie ist eine Verwandte von Goethes gleichzeitig – 1779 –
entstandener Iphigenie, die zur Idealfigur des Humanismus wurde.

Il trovatore ist nur oberflächlich betrachtet ein grausames und etwas krudes Schicksalsmärchen,
zeigt aber nachdrücklich, welche vernichtende Konsequenzen die Leidenschaft zeitigen kann,
insbesondere, wenn sie die Mächtigen befällt.

Im Rosenkavalier sind es der abwesende und doch das Geschehen überschattende Feldmarschall von
Werdenberg, der auf aristokratische Vorrechte pochende Ochs auf Lerchenau und selbst der junge
Octavian, der die Marschallin verzweifelt sagen lässt: „… sei Er nur nicht, wie alle Männer sind.“
Und auch in unseren konzertanten Aufführungen, dem Ernani von Giuseppe Verdi, dem Werther
von Jules Massenet, und Henry Purcells Dido and Aeneas, wird unser Thema weitergeführt: Werther
scheitert letztlich an den Konventionen der Gesellschaft und wurde somit zur Schlüsselfigur des
„Sturm und Drang“. Ernani, der Räuberhauptmann, kommt durch die Intrigen eines verliebten
Königs zu Tode und die Liebe zwischen Dido und Aeneas fällt der Gründung einer Weltmacht zum
Opfer.

Im Schauspiel verfolgen wir den Gedanken der Abhängigkeiten in hierarchischen Verhältnissen
weiter: In Shakespeares Komödie der Irrungen geht es um zwei Zwillingspaare, die einander zu
Herren und Dienern haben und in irrwitzige, existenziell bedrohliche Verwechslungskatastrophen
mit großem Lachpotenzial geraten. Mit dem Clavigo beschreibt Goethe den ruchlosen Ehrgeiz eines
Karrieristen, der ihn und seine Liebe zuletzt ins Unglück führt.

In der Dreigroschenoper von Brecht und Weill, als Mackie Messer – Eine Salzburger
Dreigroschenoper eine exklusive musikalische Neubearbeitung für die Festspiele, werden die
Verhältnisse zur Verdeutlichung auf den Kopf gestellt: Die ruchlosesten Kapitalisten sind bei Brecht
die Bettler selbst und der Sozialdarwinismus wird ausgerechnet vom Bettlerkönig Peachum
gepredigt.

Im Jedermann schließlich sind die Lobpreisungen der Geldwirtschaft des verblendeten reichen
Mannes immer noch von entlarvender Aktualität.

Die Konzerte wollen wir Ihnen nicht im räumlich so begrenzten Rahmen eines Vorworts
präsentieren. Florian Wiegand wird Ihnen die Vielfalt des von ihm gestalteten Programms ab Seite
64 vorstellen. An dieser Stelle nur so viel: wir werden uns wieder mit einer Ouverture spirituelle,
diesmal mit dem Schwerpunkt Hinduismus, auf den Festspielsommer einstimmen.
Besonderes Anliegen ist uns auch die auf zwei Jahre ausgelegte Reihe „Die Wiener Philharmoniker
und ihre Komponisten“. Die ganz Großen, von Brahms bis Tschaikowski, haben für dieses, unser
wunderbares Orchester geschrieben. Und Salzburg contemporary ist diesmal dem Werk von Pierre
Boulez, der den Festspielen seit 1960 als Dirigent und Komponist verbunden ist, zum 90. Geburtstag
gewidmet.

Wir hoffen, dass wir Sie mit der Lektüre unseres Programms neugierig machen können – um Sie
bald in Salzburg zu begrüßen!

Helga RablStadler
SvenEric Bechtolf

https://www.youtube.com/watch?v=dGK6QbMELAo

24.08.2015

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